Auszüge aus der Homilie Seiner Exzellenz Périsset
anläßlich der Diakonsweihe von Bruder André

Welch begeisternder Glaubensweg, sich von der zu erfüllenden Aufgabe formen zu lassen! Eben weil diese Aufgabe von Gott kommt.

Nun kommt uns aber Gott selbst zu Hilfe, indem er uns nicht nur aller materiellen Güter beraubt, sondern auch unserer selbst. Dies haben Sie mit der Klosterprofeß getan: eine Selbstaufopferung in die man täglich einwilligen muß, um uns nach Seinen Parametern glücklich zu machen. (…) Viele werden sagen, daß dies reine Torheit ist, und dies ist immer mehr die Reaktion unserer Konsumgesellschaft gegenüber dem Klosterleben und der Selbsteinsetzung in den Dienst der Kirche. Dies ist jedoch Gottes Weisheit, denn Er „beschloß, alle, die glauben, durch die Torheit der Verkündigung zu retten“ (1 Kor 1,21). Die Logik des Heils durch das Kreuz führt uns, natürlich, zu dieser Torheit, von da selbst jedoch zum Ruhm und zur Freude eines immer neuen Lebens, zur Auferstehung. Um dies zu ermöglichen, erfüllt Gott Sie mit seinem Geist, der durch die Weihe auf Sie und in Sie niedersteigt mit seinen siebenfachen Gaben, und der von Ihnen nur eine völlige Empfänglichkeit erwartet. Welche Gnade, sich so führen zu lassen und vom Heiligen Geist „betätigt“ zu werden, um der Kirche Christi zu dienen, indem Sie Ihren Brüdern dienen! Welche Verantwortung aber auch gegenüber Gott und der Kirche, gegenüber Ihrer Klostergemeinschaft, heutzutage die Bürde des Dienstes in Ihrer Selbstaufopferung zu übernehmen, so wie die Kerze, die sich verzehrt, während sie Licht gibt, oder der Weihrauch, der sich still überall verteilt und Wohlgeruch verbreitet. Die Versprechen, die Sie nachher abgeben, verpflichten Sie dazu, und Gott selbst verpflichtet sich auch Ihnen gegenüber, denn nach Abschluß Ihres Versprechens werde ich folgendes sagen: Möge Gott das gute Werk, das er in Ihnen begonnen hat, zur Vollkommenheit bringen! Lieber Bruder André, gehen Sie vertrauensvoll in die Gabe, welche die Diakonatsweihe enthält, „als ob Sie das Unsichtbare sähen“ wie Abraham und Ihre Gründerheiligen, wie die Jungfrau Maria, Mutter Gottes und Kirchenmutter, die nur „die Magd des Herrn“ (Lk. 1,38) sein wollte.


Fasten 2009