Aschermittwoch 2026

Liebe Freunde,

am 9. Januar 2026 jährte sich zum vierten Mal der Geburtstag von Armand Jean le Bouthillier de Rancé, besser bekannt als Abt von Rancé, Reformer der Abtei La Trappe in Frankreich im 17. Jahrhundert. Er war adligen Standes, Pate des Kardinals von Richelieu und Sohn der Sekretärin der Königin Marie de Médicis… Eine schöne Familie! Seine Eltern lenkten ihn in eine kirchliche Laufbahn, mit dem einzigen Ziel, die damit verbundenen Vorteile zu bewahren. Im Alter von elf Jahren war er bereits Kanoniker der Kathedrale Notre-Dame von Paris und Kommendatarabt von fünf Klöstern, darunter das von La Trappe! Er verkehrte am Hof des Sonnenkönigs, und nutzte dies aus – bis zu dem Tag, an dem die Herzogin von Montbazon, die er aufrichtig liebte, mit der er aber kein gemeinsames geregeltes Leben führte, plötzlich einer Krankheit erlag. Damals war er 31 Jahre alt. Nach drei Jahren Rückzug auf seinem Familienanwesen besuchte er seine Abtei La Trappe, die verfallen war. Er baute sie wieder auf, führte das Chorgebet wieder ein und wurde im Juli 1664 zum Abt geweiht. Er verkaufte seinen gesamten Besitz und verzichtete auf jegliche Einkünfte. Eine radikale Bekehrung…

Der Abt von Rancé war kein Heiliger. Als Befürworter der strengen Observanz pflegte er zur gleichen Zeit mit Dom Eustache de Beaufort, dem Reformer von Sept-Fons, Kontakt. Seine eigene Vergangenheit veranlasste ihn dazu, die Akzente der Regel des heiligen Benedikt mehr auf Buße und Strenge zu setzen. In einer Zeit, in der die Reichsten Gefahr liefen, den Sinn eines gläubigen Lebens zu verlieren, zog er viele Menschen an, die sich nach Zuverlässigkeit sehnten. Trotz bestimmter Übertreibungen war er ein Werkzeug Gottes, das es vielen Zisterziensermönchen und -nonnen ermöglichte, dem Ruf Gottes zu folgen. Ein Jahrhundert nach seinem Tod war die Abtei La Trappe stark genug, dass ihre Mönche die Französische Revolution überstanden und zu den Vorfahren der „Trappisten” wurden. Wir verdanken ihm unsere Existenz. Es ist ermutigend zu sehen, dass Gott unvollkommene Zeugen einsetzt, um sein Werk zu vollbringen. Denn unvollkommen sind wir. Möge Gott uns stark genug machen für das, was er von uns erwartet!

Wir erleben heute keine Revolutionen… aber wir befinden uns an einem wichtigen Punkt unserer Geschichte und brauchen Ihre Hilfe. In achtzehn Monaten feiern wir den fünfundzwanzigsten Jahrestag der Gründung von Nový Dvůr. Ein Vierteljahrhundert… Wir begegneten zahlreichen Schwierigkeiten, und haben Gott viel zu danken! Die Gründungsmitglieder sind älter geworden, gleichzeitig sind sie noch bei Kräften. Auch unsere Freunde sind älter geworden. Wir hoffen, dass Sie bei guter Gesundheit sind, aber wir stellen fest – wen überrascht das? –, dass das Durchschnittsalter unserer Freunde steigt … um ein Jahr pro Jahr! Wir können nichts daran ändern, und Sie auch nicht. Aber nachdem Sie überzeugt davon sind, dass wir das Kloster ohne Sie nicht hätten bauen und bis heute nicht unterhalten können, werden Sie verstehen, dass es mir ein Anliegen ist, um die jungen Brüder, die Gott uns gesandt hat, eine Gruppe von Freunden ihrer Generation zu bilden. Sie waren für uns da, als wir Sie brauchten. Auch sie brauchen Unterstützung, um ihre Berufung zu erfüllen und ihre Verantwortung zu übernehmen.

Auf Anregung des Abtes von Sept-Fons, Dom Thomas, haben wir vor sechs Monaten intensive Überlegungen eingeleitet, wie wir unsere Wirtschaftsbetriebe und die damit verbundene Arbeit neu organisieren sowie die Erfüllung der gemeinschaftlichen Dienste vereinfachen können, damit jeder genug Ruhe findet, seiner Berufung als Mönch nachzugehen. Diese Überlegungen, die sich noch über mehrere Monate erstrecken werden, haben bereits zu zwei wichtigen Entscheidungen geführt:
 Ich habe einen neuen Cellerar (zuständig für wirtschaftliche Themen in der Gemeinschaft und die Instandhaltung der Gebäude) ernannt und einen neuen Direktor für Labora – unser Unternehmen, das die von uns hergestellten Klosterprodukte verwaltet. Bruder Simeon und Bruder Klement sind beide dreißig Jahre alt. Pater Georges, der sich seit der Gründung um diese Aufgaben gekümmert hatte, wird sie unterstützen, indem er die administrative Betreuung übernimmt. Pater Augustin bleibt weiterhin für die Finanzen beider Einrichtungen verantwortlich: des Klosters und von Labora. Die Gründer, die sich als würdig erwiesen haben, wissen, dass sie noch eine Rolle spielen, und sind bereit, ihre Erfahrungen weiterzugeben.

Ich lege diesem Brief eine Karte bei, die beschreibt, wie Sie uns helfen können. Ein großer Fluss entsteht aus vielen kleinen Quellen und Rinsalen. Wenn wir viele Freunde haben, kann jeder ohne große Schwierigkeiten und entsprechend seinen Möglichkeiten die Unterstützung leisten, die wir benötigen. Im Leben der Mönche ist das Gebet für die Kirche und für die Welt ein absolut essentielles Tun. Die andere Seite der Medaille leuchtet ein: Mönche brauchen die Kirche und diejenigen, die in der Welt leben, um ihre Berufung zu erfüllen. Dies ist für uns umso wichtiger, als nicht nur die Brüder gealtert sind, unsere Freunde älter geworden sind… sondern auch die Klostergebäude in die Jahre gekommen sind! In diesem Jahr steht uns eine unumgängliche Sanierung des Klosterkreuzgangs bevor. Und Bruder Simeon, unser neuer Cellerar, der die Sanierungsarbeiten seit einigen Jahren leitet, kommt häufig zu mir… mit langen To-do-Listen. Wir werden Sie über alle Schritte informieren, sobald diese Arbeiten anlaufen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, vielen Dank für Ihre Freundschaft, vielen Dank für Ihre Gebete! Diese Beziehung zwischen Mönchen und ihren Freunden, die ich als „organisch“ bezeichnen würde, liegt uns sehr am Herzen. Ihnen sicherlich auch. Ihre Tage sind ebenso ausgefüllt wie unsere. Und Sie würden uns einen großen Gefallen tun, wenn Sie sich die Zeit nehmen würden, die beigefügte Karte zu lesen und zu beantworten.

Mit freundlichen Grüßen und schon jetzt vielen Dank